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Vita

Dušan Šimko ist am 27. April 1945 in der ostslowakischen Stadt Košice (ungarisch Kassa, deutsch Kaschau) geboren als Sohn eines slowakischen Chirurgen und seiner serbischen Frau. Umgeben von der multiethnischen Atmosphäre von Kaschau wächst Šimko in der Strasse auf, in der einst Sándor Márai, der grosse ungarische Romancier, seine Kindheit verbracht hat.

1968, nach der Niederschlagung des "Prager Frühlings" durch die Truppen des Warschauer Paktes, emigriert Šimko in die Schweiz. In Basel beendet er sein Studium der Naturwissenschaften und wirkt als Privatdozent an der Universität Basel, als Schriftsteller und Publizist.

Seine Rezensionen, Reportagen und Feuilletons erscheinen in der Neuen Zürcher Zeitung, in der Weltwoche, im Tages Anzeiger und in der Frankfurter Rundschau. Bis 1989 ist er freier Mitarbeiter des Schweizer Radio DRS 2 und des Radio Free Europe. Gleichzeitig veröffentlicht er Beiträge in verschiedenen tschechoslowakischen Exilzeitschriften. Ohne Aussicht auf eine Veröffentlichung in seiner Heimat hält Dušan Šimko an der slowakischen Sprache fest.

Sein schriftstellerisches Debut, der Erzählband Maratón Juana Zabalu (Der Marathon des Juan Zabala, 1984) erscheint im renommierten Londoner Exilverlag Rozmluvy. Auf die Herausgabe in der Tschechoslowakei muss er allerdings noch lange warten. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs kann Šimko endlich auch in seiner Heimat publizieren. Er wird freier Mitarbeiter des Slowakischen Rundfunks, Literaturredaktion, Radio Studio Košice.

Längere sozialgeographische Forschungsaufenthalte führen ihn nach Hongkong und Tokyo. In der essayistisch gefärbten Novelle Japonský diván (Japanischer Diwan, 1993) verarbeitet er seine Erfahrungen mit der fernöstlichen Zivilisation und Kultur.

Zu seinen weiteren Werken zählen: Exil in Basel. Gespräche mit Flüchtlingen aus der Tschechoslowakei, 2003, und Gubbio – Kniha udavaèov (Gubbio – das Buch der Denunzianten, 2008). Šimkos historischer Roman aus der Haydn-Zeit Esterházyho lokaj, 2000 erscheint in der deutschen Übertragung im Arco Verlag (Esterházys Lakai, 2005).

Seine Beiträge sind auch in zahlreichen Anthologien erschienen: "The Review of contemporary Fiction, Slovak Fiction", Summer 2010, Vol. XXX, No. 2, University of Illinois; Michael Okroy: "Kaschau war eine europäische Stadt", Arco Verlag, 2005; David Marc Hoffmann und Barbara Piatti (Hrsg.): "Europa erlesen – Basel", Wieser Verlag & Schwabe Verlag, 2006; Peter Zajac (Hrsg.): Wie Laub von einem Baum. 29 Geschichten aus der Slowakei, Gollenstein 1994; Zuhause nur im Wort. Eine Anthologie der Schriftstellerinnen und Schriftsteller im Exil Deutschsprachiger Länder, POP Verlag 2009; LIMES EUROPAE, hranice – frontieres, 1/1997; MATRIX, 4/2008 (14), POP Verlag.

In den Jahren 1992-93 leitete D. Šimko die Vertretung der Schweizer Kulturstiftung PRO HELVETIA in Bratislava.

Als Filmemacher dokumentiert Dušan Šimko die Geschichte einer Militäreinheit von Juden, die während des Zweiten Weltkrieges zur Arbeit für die slowakische Armee zwangsrekrutiert wurden VI. prápor / The Sixth Battalion (Das 6. Bataillon, 1997). In einem Fernsehfilm portraitiert er 1996 den tschechischen Dichter und Künstler Jiøí Koláø.

2010 hat die Jury des wichtigsten slowakischen Literaturwettbewerbs "Anasoft litera" seinen Roman Gubbio – Kniha udavaèov (Gubbio – das Buch der Denunzianten) zu einem der zehn besten Belletristikwerke des Jahres gewählt.

Im Jahr 2013 ist die Stadt Košice Europäische Kulturhauptstadt. Aus diesem Anlass gibt Dušan Šimko den literarischen Baedeker heraus Košice – Kaschau. Ein Reise- und Lesebuch, Arco Verlag, Wuppertal, 2013.

Die Bücher von Dušan Šimko sind in den letzten Jahren in ungarischer, tschechischer, serbischer, deutscher und englischer Sprache erschienen. Somit gilt er heute als einer der bedeutendsten slowakischen Gegenwartsautoren.